Donnerstag, 21. November 2013

Der erste Schnee

Gewicht: 60,9 kg

Mit leeren Augen und leerem Kopf sitze ich an die kalte Wand an meinem Bett gelehnt da und lasse Jeremys Stimme durch mein Gehirn rauschen. Ab und zu wird mein nebliger Blick vom Blinken meines Handys abgelenkt. Wieso tu ich mir das an? Als es allerdings in Cyanblau leuchtet, die Farbe für Gruppennachrichten, bin ich verwundert. Es ist 5 Uhr morgens, wer von meinen Freunden ist um die Uhrzeit noch wach? Ich sehe nach und werde mit einer unerwarteten Nachricht überrascht "Es schneit! Aber leider bleibts nicht auf den Straßen liegen.." Ich haste sofort zum Fenster und kann mich selbst davon überzeugen, dass heute Nacht der erste Schnee dieses Winters fällt. Es ist ein wundervolles Gefühl und das Chaos und die lauten Stimmen in meinem Kopf werde in eine seltsame Stille gehüllt, wenn überhaupt kommen ihre Schreie nur noch gedämpft bei mir an.
Ich sitze eine ganze Stunde auf der Fensterbank, friere erbärmlich und versuche mich wachzuhalten. Als der Schneefall dann sehr viel stärker wird, stolpere ich zu meinen Eltern ins Schlafzimmer, tue so als wäre ich gerade aufgewacht und verkünde die frohe Botschaft. "Am liebsten würde ich spazieren gehen!" "Dann mach doch." Die Stimmung schlägt mir mal wieder sehr freudig und liebevoll entgegen. "Weißt du was? Das mach ich auch, ich geh auf die Terasse." "Schön, aber gib der Katze was zu essen." Ich gehe in mein Zimmer, werfe mir schnell einen Schal und einen Cardigan über, ziehe dicke Socken, meine Stiefel und Jacke an, packe meine Zigaretten ein und schleiche auf die Terasse. Endlich mal unbeschwert zuhause rauchen, denn meine Eltern schlafen noch mindestens eine Stunde länger.
Als ich unter dem schützenden Balkon stehe, den ersten Zug nehme und dem Schneetreiben zusehe, wird mir klar, dass ich es schaffen kann. Davor war ich am Straucheln ob ich nicht doch frühstücken soll und somit wieder mal beim Versuch 3 Tage zu fasten versagen würde.. Aber nein, ich brauche das nicht. Ich spüre meinen Bauch, er fühlt sich aktzeptabel flach an und so soll es auch bleiben. Ich denke an meine wundervollen neuen Hosen, die mir bald schon passen werden und daran, wieder die 5 auf der Waage zu sehen und diesmal noch weiter zu gehen als jemals zuvor. Kennt ihr das? Wenn einen die plötzliche Gewissheit überkommt, dass man es schaffen kann und eine unglaubliche, noch nie dagewesene Stärke und Willenskraft mitbringt? Ja, ich kann das. Ich habe die Hälfte schon geschafft, nur noch morgen ohne Essen und am Samstag fange ich wieder die Modeldiät an und ziehe sie dieses Mal auch bis zum Ende durch.

Jetzt grade in diesem Moment habe ich Augenringe bis zum Kinn (logisch, hab nicht schlafen können) und bin froh, dass ich mich in etwa einer Stunde hinlegen und meinen mittlerweile wieder etwas lauter gewordenen Stimmen entfliehen kann. Zwei Wärmflaschen und der süße Schlaf ist sicher. Also wünsche ich euch einen schönen weiteren Tag. Bleibt stark ♥

1 Kommentar:

  1. Ja cool, ich hab auch bald eins - heute Bescheid bekommen :) ich wünsch dir viel Glück, dass es auch klappt...ich weiß ja wie scheiße es ohne Arbeit ist :/

    Bei uns hat es übrigens auch geschneit :)

    xoxo

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