Mittwoch, 4. September 2013

Reality bites me / Neustart #uncountable

                                                                Alright, let's do this, Bitches.
Ich sitze in der Dunkelheit und versuche, nicht zu würgen. Die Nudeln schlängeln sich meine Speiseröhre hoch, fast bis in meinen Mund hinauf. Ich kann das jetzt nicht. Es ist Nacht, jedes Geräusch ist fünfmal so laut, jedes Knacken der Treppe lässt uns alle aus dem Schlaf fahren. Wenn ich welchen hätte, würde ich davon bestimmt auch aufwachen, aber ich kann nicht. Mein Rhythmus hat sich umgedreht, ich verschlafe die Tage und genieße die Einsamkeit und Stille der Nacht. Es ist eine Hassliebe, aber sie muss dringend aufhören. Ich will normal sein, die Kontrolle über mich wiedergewinnen, dem Dämon Lebensangst ins Auge blicken und ihm in sein hässliches Gesicht spucken. Ich sperre ihn in eine Truhe und werfe sie in einen Fluss. Soll sich doch jemand anders damit rumschlagen!
Ich packe das jetzt bei den Hörner. Keine Angst mehr also. Keine Angst mehr, nackt in den Spiegel zu schauen, kein Radio leiser drehen wenn ich mich bei dem Lied unwohl fühle im Bad, kein Fremdschämen mehr, davon bekomme ich auch keine Medaille. Dann wäre da also noch die Sache mit der Kontrolle..
Kontrolle bedeutet für mich, dass ich meine To-Do Listen ohne Lücken abhaken kann, dass ich Nein zu den Dingen sagen kann, die ich auch nicht möchte und dass ich selbst wieder die Verantwortung für mich übernehmen muss. Ich liege nicht mehr im Bett und bemitleide mich selbst.
Ich stehe auf, stelle mich unter die Dusche, richte mich gesellschaftstauglich her und ebne mir den Weg für eine angstfreie Zukunft. Morgen werde ich mich dort vorstellen müssen. Ich werde erklären, reden und lächeln müssen, aber das bekomme ich hin. Ich tue das für mich und für uns. Für eine Zukunft die mich erfüllt. Wenn ich an meine Kontrolle denke, sehe ich einen glattpolierten Granny Smith vor mir. Ein Glas Wasser mit Eiswürfeln und einer Limettenscheibe, eine Tasse voll Brühe und ein zufriedenes Hungergefühl beim Einschlafen. Ich kann das, krank bin ich so oder so. Ich habe es schon mal geschafft und werde es wieder tun. 47 kg bis Weihnachten. Back on track.

Ein paar Regeln, damit es mir leichter fällt:
x kein Alkohol! Es endet immer böse!
x immer eine heiße Tasse und einen Apfel abends mitnehmen!
x jeden Tag mindestens 150 Sit-Up's (Ich weiß, lame, aber ich muss mich erst mal wieder an Regeln gewöhnen, sonst scheitere ich wenn ich mir zu viel vornehme)
x immer eine 1l Wasserflasche, Kaugummis und einen Apfel dabei haben
x jeden Tag duschen
x weniger Shisha
x meine Sachen geordnet halten
x ab und zu bei meinem Vater aushelfen
x Esstagebuch + Gewicht archivieren
x keine Haare mehr zupfen!



1 Kommentar:

  1. "krank bin ich so oder so."

    Aber du musst es nicht tun. Man muss es nicht schlimmer machen. Du hast besseres verdient...

    Die Umkehrt des Tagesrhythmus habe ich momentan auch... Vor vier Uhr gehe ich gar nicht mehr ins Bett, meistens eher gegen sechs oder sieben Uhr morgens.

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